Wie in Afrika

Opel-Zoo-Giraffe
Opel-Zoo-Giraffe (Renate Hoyer)

Aufatmen im Opel-Zoo: Vor zwei Jahren hatte das Kronberger Tiergehege seine neue Afrika-Savanne der Öffentlichkeit präsentiert. Doch erst jetzt macht der Tummelplatz für Giraffen, Zebras und Antilopen seinem Namen auch Ehre.

Mit viel Pomp und Prominenz eröffnete der Opel-Zoo vor zwei Jahren seine aufwendigen Afrika-Savanne. Doch bei den Besuchern wollte sich das erhoffte Safari-Feeling nicht so recht einstellen.

Giraffen, Zebras, Gnus und Impala-Antilopen sollten sich kreuz und quer auf der 10.000 Quadratmeter großen Anlage tummeln. Tatsächlich waren aber bestenfalls zwei der Arten gleichzeitig zu sehen. "Wir mussten die Leute lange vertrösten", gesteht der stellvertretende Zoo-Direktor Martin Becker ein. Doch das Wohl der Tiere sei wichtiger gewesen. Da sie aus den verschiedensten Zoos von Arnheim bis Hannover nach Kronberg gekommen sind, habe es länger gedauert als erhofft, bis sie sich aneinander gewöhnt hatten.

Wer aber jetzt den Opel-Zoo besucht hat, kann sich nicht nur wegen der Temperaturen fühlen wie in Afrika: Majestätisch schreiten die Giraffen zu ihrem Futterbaum, dazwischen tummeln sich Gnus und Impalas. Für Leben sorgen vor allem zwei junge Gnus und die vier kleinen Impala-Antilopen, die im Juni geboren worden sind und ausgelassen über die Wiese preschen.

Allerdings: Ungetrübt ist die Freude der Verantwortlichen immer noch nicht. Um die Impala-Jungtiere nicht zu gefährden, werden sie nicht gemeinsam mit den Zebras auf die Wiese gelassen. "Da hakelt es noch", sagt Becker. "Wir wollen warten, bis die Jungtiere groß genug sind, damit sie den Zebras schnell genug ausweichen können."

Ein weiteres Problemkind ist die Giraffendame "Zwockel". Sie ist zwar inzwischen bereit, die Savannen-Anlage zu betreten, doch immer noch mit großen Vorbehalten: Über eine nur wenige Quadratmeter große geplättete Fläche wagt sie sich nicht hinaus. "Wir wissen nicht, woran das liegt", sagt Becker. Schließlich bewegen sich ihre drei Artgenossen völlig ungezwungen durchs Gelände. Zwang ausüben wolle man aber nicht. Schließlich haben gerade die Giraffen eine wichtige Aufgabe. Sie gehören zu der seltenen Rothschild-Unterart, die es in freier Wildbahn nur noch in Uganda gibt. Rund 200 Tiere seien dort nur noch übrig, schätzt Becker. Bis die drei Weibchen und Jung-Bulle Gregor in der Afrika-Savanne zur Arterhaltung beitragen können, werde aber noch mindestens ein halbes Jahr vergehen.

"Noch sind sie nicht geschlechtsreif", so Becker. Nachwuchs ist demnach frühestens 2010 zu erwarten - die Tragezeit von Giraffen beträgt 15 Monate. Bis dahin bleibt Jung-Bulle Gerrie die Attraktion, der im vergangenen August zur Welt kam und mit seinen Eltern ein eigenes Gehege am Philosphenweg bewohnt.

Frankfurter Rundschau 8.7.2008

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